Dreyer Confiserie: vom Ladengeschäft zum Onlineshop mit über tausend Artikeln
Ein Fachgeschäft für Confiserie und Feinkost in Hameln, gewachsen über Jahrzehnte, mit einem Sortiment, das sich saisonal fast vollständig dreht. Verkauft wurde im Laden, gezählt wurde an der Kasse, und der Onlinehandel fand nicht statt.
Die Aufgabe war deshalb nicht, einen Shop zu bauen. Die Aufgabe war, einen Shop zu bauen, der neben dem Laden läuft, ohne dass irgendjemand zweimal zählt, und der von der ersten Zeile Code an darauf ausgelegt ist, gefunden zu werden und zu verkaufen.
Die Ausgangslage
Drei Dinge machten das Projekt anspruchsvoller als einen gewöhnlichen Neuaufbau.
Über tausend Artikel. Pralinen, Feinkost, Geschenksets, dazu Saisonware, die im Herbst kommt und im Januar wieder verschwindet. Ein Sortiment dieser Größe lässt sich nicht von Hand pflegen, wenn der Laden nebenbei weiterläuft.
Ein Kassensystem, das den Bestand führt. Im Laden war die Kasse das führende System. Ein Shop, der seinen eigenen Bestand mitschreibt, hätte eine zweite Datenhaltung erzeugt, und damit überverkaufte Artikel und Anrufe bei Kunden.
Lebensmittel mit gesetzlicher Preisauszeichnung. Für Waren, die nach Gewicht verkauft werden, ist der Grundpreis je Kilogramm Pflicht. Bei Geschenksets aus mehreren Bestandteilen wird das schnell unübersichtlich, und Fehler dabei sind abmahnfähig.
Startseite, Kategorie und Produktseite folgen der Kaufentscheidung
Ein Shop verkauft nicht, weil er schön ist, sondern weil er die Fragen in der Reihenfolge beantwortet, in der sie im Kopf des Kunden auftauchen. Drei Seitentypen tragen dabei unterschiedliche Aufgaben im Funnel, und jeder wurde dafür einzeln gebaut.
Die Startseite sortiert. Sie zeigt nicht das gesamte Sortiment, sondern die Einstiegspunkte: Saisonware zuerst, dann die Kategorien, die das Geschäft ausmachen. Wer mit einer klaren Kaufabsicht kommt, findet den Einstieg in einem Blick, wer stöbert, bekommt eine Richtung vorgegeben statt einer Wand aus Kacheln.
Die Kategorieseiten antworten, bevor sie zeigen. Über dem Produktraster steht ein kurzer Absatz, der sagt, was in dieser Kategorie steckt, für wen sie gedacht ist und was sie von der Nachbarkategorie unterscheidet. Das hilft der Auswahl und es hilft Google, das sonst nur Produktnamen sieht und die Seite thematisch nicht einordnen kann.
Die Produktseiten entscheiden. Above the Fold, also im Bereich, den man ohne Scrollen sieht, stehen genau die fünf Dinge, die den Kauf tragen: Bild, Name, Preis mit Grundpreis daneben, Lieferzeit als Satz und der Call to Action. Alles Weitere liegt darunter in Aufklappbereichen, damit es niemanden aufhält, der schon entschieden hat, und trotzdem greifbar ist für den, der noch zögert.
Dazu kommen die Details, die einzeln kaum auffallen und in Summe die Conversion Rate tragen: Verfügbarkeit als Zeitangabe statt als Symbol, Versandkosten dort, wo die Kaufentscheidung fällt, und genau ein primärer Call to Action je Bildschirm, damit die Aufmerksamkeit nicht zerfällt.
Die Kasse und der Shop teilen sich einen Bestand
Der technische Kern des Projekts. Die Kassensoftware bleibt führendes System für den Warenbestand, Shopify zieht sich die Zahlen über eine Schnittstelle und meldet Verkäufe zurück.
Umgesetzt haben wir das gemeinsam mit beyond.pos. Die Kassenseite liegt dort, der Shop bei uns, und die Schnittstelle dazwischen haben wir zusammen spezifiziert und in beide Richtungen getestet. Diese Aufteilung hat sich bewährt: jeder verantwortet das System, das er kennt, und niemand baut auf gut Glück an fremder Technik herum.
Praktisch heißt das: Wird die letzte Packung im Laden über den Tresen gereicht, ist sie im Shop nicht mehr bestellbar. Und umgekehrt. Es gibt keinen manuellen Abgleich am Feierabend und keine Liste, die jemand pflegen muss.
Die Feinheit steckt in den Artikelnummern. Laden und Shop müssen dieselbe SKU-Logik verwenden, sonst laufen die Bestände auseinander, ohne dass es jemand merkt. Das war der Teil der Arbeit, der am wenigsten spektakulär aussieht und am meisten Zeit gekostet hat.
Von der Technik bis zum Produkttext suchmaschinenoptimiert
Suchmaschinenoptimierung ist hier kein nachgelagerter Posten, sondern lief von Anfang an mit. Sie zerfällt in drei Teile, und alle drei müssen stimmen, sonst trägt keiner.
Technisches SEO. Saubere URL-Struktur, ein Canonical Tag auf gefilterten Kategorieansichten, damit Filterparameter nicht als hunderte Beinahe-Dubletten ins Crawl-Budget laufen, strukturierte Daten zu Produkten und Preisen, korrekte Überschriftenhierarchie und Ladezeiten, die nicht von nachgeladenen Fremdskripten bestimmt werden.
Content. Jede Kategorie hat einen eigenen Text und ein von Hand gepflegtes Snippet aus Title Tag und Meta Description, keines aus dem Kategorienamen erzeugtes. Produktbeschreibungen sind nicht vom Hersteller übernommen, sondern beantworten die Fragen, die im Laden am Tresen gestellt werden. Herstellertexte erzeugen Duplicate Content und helfen weder bei Google noch beim Verkauf.
Interne Verlinkung. Produkte verweisen auf passende Produkte, Kategorien auf verwandte Kategorien, und die Seiten, die verkaufen sollen, bekommen die meisten internen Verweise. Interne Verlinkung ist der Teil der Sichtbarkeit, den man vollständig selbst in der Hand hat, und genau der, der in den meisten Shops ungenutzt bleibt.
Sichtbarkeit ohne Werbebudget
Es wurde und wird keine bezahlte Werbung geschaltet, weder SEA noch Social Ads. Was den Shop findbar macht, ist organische Sichtbarkeit: die Kategorieseiten, die Produkttexte und die technische Sauberkeit darunter.
Wir betreuen das laufend: Produkte werden eingepflegt und beschrieben, Saisonware kommt rechtzeitig online und verschwindet danach wieder, interne Verweise wachsen mit dem Sortiment, und die Seiten, die tatsächlich Suchanfragen auf sich ziehen, bekommen die Aufmerksamkeit.
Was der Betrieb selbst macht
Produkte anlegen, Preise ändern, Saisonware ein und ausblenden, die Startseite umstellen. Alles das passiert im Betrieb, ohne uns.
Das war von Anfang an so gedacht. Ein Shop, für den man bei jeder Kleinigkeit anrufen muss, ist kein fertiger Shop, sondern eine Abhängigkeit.
Der Ablauf, in Schritten
- Sortiment und Kassenstruktur aufnehmen, SKU-Logik klären
- Seitentypen entwerfen: Startseite, Kategorie, Produkt, jeder mit eigener Aufgabe im Funnel
- Shop aufsetzen, Kategorien nach Kundenlogik statt nach Lieferantenlogik
- Grundpreisberechnung einrichten und an Geschenksets prüfen
- Kasse mit beyond.pos anbinden, Bestände in beide Richtungen testen
- Produkte einpflegen, fotografieren, beschreiben, intern verlinken
- Technisches SEO prüfen: Canonicals, strukturierte Daten, Indexierbarkeit
- Livegang, Einweisung im Betrieb, danach laufende Betreuung
Kurz zusammengefasst
- Über tausend Artikel in einem Shop, der neben dem Ladengeschäft läuft
- Ein Warenbestand für beides, geführt von der Kasse, gespiegelt in Shopify
- Kassenanbindung gemeinsam mit beyond.pos umgesetzt
- Startseite, Kategorie und Produktseite jeweils auf ihre Aufgabe im Funnel gebaut
- Technisches SEO, Content und interne Verlinkung von Anfang an mitgedacht
- Grundpreise automatisch berechnet, auch bei zusammengesetzten Geschenksets
- Kein Werbebudget, Sichtbarkeit rein organisch
- Der Betrieb pflegt den Shop selbst, wir betreuen im Hintergrund
