Lokale Lieferung und Abholung in Shopify einrichten
Nicht jeder Onlineshop verschickt Pakete. Ein Hofladen, eine Bäckerei, eine Metzgerei oder ein Getränkehandel verkauft an Menschen, die zwanzig Kilometer entfernt wohnen. Da ergibt Abholung im Laden oder Lieferung im eigenen Umkreis mehr Sinn als DHL.
Shopify kann beides von Haus aus, ohne App. Die Einrichtung ist unauffällig versteckt und wird deshalb oft übersehen.
Der Unterschied zwischen Versand, lokaler Lieferung und Abholung
Shopify kennt drei getrennte Wege, wie Ware zum Kunden kommt.
Versand ist der klassische Paketversand über einen Dienstleister, abgerechnet nach Versandzonen.
Lokale Lieferung heißt: Sie fahren selbst. Der Kunde bekommt diese Option nur angeboten, wenn seine Adresse im festgelegten Gebiet liegt.
Abholung heißt: Der Kunde kommt zu Ihnen. Er wählt beim Checkout einen Standort und bekommt eine Benachrichtigung, sobald die Bestellung bereitliegt.
Die drei lassen sich kombinieren. Ein Kunde in Ihrem Ort sieht alle drei Optionen, ein Kunde in München nur den Versand.
Lokale Lieferung einrichten
Die Einstellung liegt unter Einstellungen, Versand und Zustellung und dort beim jeweiligen Standort.
Sie legen das Liefergebiet auf zwei Arten fest:
Nach Umkreis. Sie geben einen Radius in Kilometern an. Einfach, aber ungenau, weil ein Radius nicht berücksichtigt, ob dazwischen ein Fluss oder eine Bundesstraße liegt.
Nach Postleitzahlen. Sie hinterlegen eine Liste. Aufwändiger in der Einrichtung, dafür genau. Für die meisten Betriebe der bessere Weg, weil Sie damit gezielt die Orte aufnehmen, die auf Ihrer Route liegen.
Dazu legen Sie fest: Liefergebühr, Mindestbestellwert und eine Nachricht, die dem Kunden im Checkout angezeigt wird. Die Nachricht ist der Platz für Ihre Liefertage. Etwa: Wir liefern dienstags und freitags zwischen 14 und 18 Uhr.
Abholung einrichten
Ebenfalls je Standort. Sie aktivieren die Abholung, hinterlegen die voraussichtliche Bereitstellungszeit und eine Anweisung für den Kunden.
Nutzen Sie das Feld für die Anweisung wirklich. Dort gehören Öffnungszeiten hin, wo genau der Kunde klingeln oder hingehen soll und ob er die Bestellbestätigung mitbringen muss. Das spart Anrufe.
Der Ablauf danach: Die Bestellung erscheint als abholbereit, sobald Sie sie im Adminbereich entsprechend markieren. Shopify verschickt dann automatisch eine Benachrichtigung.
Die Grenzen der Bordmittel
An einer Stelle hört Shopify auf: bei Zeitfenstern.
Sie können keinen Kalender anbieten, aus dem der Kunde einen Abholtermin wählt. Sie können keine Kapazität je Zeitfenster begrenzen. Und Sie können keine Vorbestellung mit Termin in zwei Wochen abbilden.
Das ist genau der Bedarf von Betrieben, die frisch produzieren. Eine Bäckerei, die samstags zwischen 8 und 12 Uhr dreihundert Brötchen ausgibt, muss die Ausgabe steuern.
Dafür brauchen Sie eine App. Es gibt mehrere Lösungen im App Store, die Abhol- und Lieferzeitfenster mit Kapazitätsgrenzen anbieten. Achten Sie bei der Auswahl auf drei Dinge: Funktioniert sie mit Ihrem Theme, versendet sie die Terminangabe in der Bestellbestätigung, und was passiert bei Feiertagen.
Was Sie nicht vergessen sollten
Der Warenkorb muss die Optionen kennen. Wenn ein Kunde Ware bestellt, die Sie nur abholen lassen, etwa Tiefkühlware, darf der Versand für diese Bestellung nicht angeboten werden. Lösen lässt sich das über Versandprofile: Sie legen ein eigenes Profil an und ordnen die betroffenen Produkte zu.
Die Rechtstexte müssen passen. Ihre Versandinformationen sollten Liefergebiet, Liefertage und Kosten nennen. Bei Abholung gehört hinein, wie lange die Ware bereitgehalten wird.
Der Grundpreis gilt trotzdem. Auch bei Abholung, wenn Sie nach Gewicht oder Volumen verkaufen.
Die Verfügbarkeit muss stimmen. Wenn ein Kunde Abholung wählt und die Ware ist im Laden verkauft, haben Sie dasselbe Problem wie beim Versand. Wer Laden und Shop parallel betreibt, braucht einen Bestandsabgleich.
Ein realistischer Aufbau
Für einen Betrieb mit Ladengeschäft und regionalem Umfeld funktioniert diese Kombination gut:
- Abholung am Standort, kostenlos, Bereitstellung innerhalb von 24 Stunden
- Lokale Lieferung nach Postleitzahlenliste, Gebühr und Mindestbestellwert festgelegt, feste Liefertage in der Checkout-Nachricht
- Paketversand deutschlandweit für alles, was versandfähig ist
- Eigenes Versandprofil für Ware, die nicht in den Versand darf
Damit deckt ein Shop den Nahbereich und das Fernges chäft ab, ohne dass Sie zwei Systeme pflegen.
Kurz zusammengefasst
- Lokale Lieferung und Abholung kann Shopify ohne App
- Postleitzahlenliste ist genauer als ein Radius
- Die Checkout-Nachricht ist der Platz für Liefertage
- Zeitfenster mit Kapazitätsgrenze brauchen eine App
- Versandprofile trennen Ware, die nicht ins Paket darf
- Ohne Bestandsabgleich zwischen Laden und Shop bleibt eine Lücke
