Produktseiten, die verkaufen: was auf einer Shopify-Produktseite oben stehen muss
Die Produktseite ist die Seite, auf der entschieden wird. Startseite und Kategorien führen dorthin, der Checkout wickelt ab. Dazwischen liegt die eine Seite, auf der ein Besucher zum Kunden wird oder eben nicht.
Trotzdem sehen Produktseiten in vielen Shops so aus, wie das Theme sie ausgeliefert hat: Bild links, Preis rechts, darunter der Text aus dem Katalog des Herstellers.
Was Above the Fold stehen muss
Above the Fold ist der Bereich, den ein Besucher sieht, ohne zu scrollen. Der Begriff stammt aus dem Zeitungssatz, wo am Kiosk nur die obere Hälfte sichtbar war. Auf dem Handy sind das wenige Zentimeter. In diesen Bereich gehören genau fünf Dinge.
Das erste Bild, groß genug, um das Produkt zu erkennen.
Der Produktname, in der Sprache Ihrer Kunden und nicht in der Ihres Lieferanten.
Der Preis, bei Lebensmitteln und Kosmetik mit Grundpreis daneben.
Die Verfügbarkeit und die Lieferzeit, als Satz und nicht als Symbol.
Der Kaufen-Knopf, farblich abgesetzt und ohne Konkurrenz durch andere Knöpfe.
Alles andere darf darunter stehen. Was nicht in diesen Bereich passt, gehört nicht nach oben, sondern weiter nach unten.
Bilder, die die Frage beantworten
Kunden kaufen online, ohne anfassen zu können. Jedes Bild sollte deshalb eine Frage beantworten, die sonst offen bliebe.
Wie groß ist das? Ein Bild mit einem bekannten Gegenstand daneben, einer Hand oder einer Münze, klärt das schneller als jede Maßangabe.
Wie sieht es in echt aus? Ein Foto in der Umgebung, in der das Produkt benutzt wird, nicht nur freigestellt vor Weiß.
Was ist drin? Bei Lebensmitteln die Rückseite mit Zutatenliste, lesbar. Bei Sets alle Teile ausgelegt.
Drei bis fünf Bilder reichen. Zwanzig Varianten desselben Winkels helfen niemandem und machen die Seite langsam.
Der Beschreibungstext
Der Text vom Hersteller steht in hundert anderen Shops. Er hilft Ihnen weder bei Google noch beim Verkauf, weil Suchmaschinen doppelte Inhalte als solche erkennen und keiner der Shops damit einen Vorsprung gewinnt.
Schreiben Sie stattdessen die Antworten auf die Fragen, die Ihnen Kunden am Telefon stellen. Wer solche Fragen sammelt, hat nach zwei Wochen genug Material für jede Produktseite im Sortiment.
Halten Sie die ersten drei Zeilen frei von Werbesprache. Dort steht, was das Produkt ist und für wen. Die Feinheiten kommen danach.
Lieferzeit und Verfügbarkeit
Eine der wenigen Angaben, die Kunden aktiv suchen, und eine der am schlechtesten gepflegten. Wenn Sie versprechen, was Sie halten können, kostet Sie das nichts und verhindert Rückfragen und Stornos.
Wichtig ist die Formulierung. Auf Lager sagt nichts über den Zeitpunkt. Lieferzeit zwei bis drei Werktage sagt alles. Wenn ein Artikel nicht verfügbar ist, sagen Sie wann wieder, statt den Knopf einfach auszugrauen.
Vertrauen ohne Bewertungen
Ein neuer Shop hat keine Bewertungen. Das ist kein Grund, welche zu erfinden, und auch keiner, das Thema zu ignorieren.
Vertrauen entsteht auch anders: durch ein vollständiges Impressum, durch eine Telefonnummer, die im Kopf der Seite steht, durch klare Angaben zu Rückgabe und Widerruf, durch ein Foto von Ihnen oder Ihrem Betrieb. All das kostet nichts und wirkt.
Bewertungen sammeln Sie danach, mit einer Mail einige Tage nach der Lieferung. Bis dahin arbeiten Sie mit dem, was echt ist.
Ein Aufbau, der funktioniert
- Bild, Name, Preis mit Grundpreis, Lieferzeit, Kaufen-Knopf
- Drei Stichpunkte zum Nutzen, keine ganzen Sätze
- Beschreibungstext, die ersten Zeilen ohne Werbesprache
- Angaben, die Sie sonst am Telefon erklären, als Aufklappbereiche
- Versand und Rückgabe im Klartext
- Passende Produkte, höchstens vier
Kurz zusammengefasst
- Above the Fold gehören Bild, Name, Preis, Lieferzeit und Kaufen-Knopf, sonst nichts
- Jedes Bild sollte eine Frage beantworten, die sonst offen bliebe
- Herstellertexte erzeugen doppelte Inhalte und helfen weder bei Google noch beim Verkauf
- Lieferzeit als Zeitangabe formulieren, nicht als Lagerstatus
- Ohne Bewertungen wirken Impressum, Telefonnummer und Rückgabebedingungen
