Korona POS mit Shopify verbinden: Kasse und Onlineshop mit einem Bestand
Ein Fachgeschäft in Hameln, über tausend Artikel, ein Sortiment, das sich saisonal fast vollständig dreht. Im Laden läuft Korona POS, Kasse und Warenwirtschaft in einem. Online sollte ein Shopify-Shop dazukommen. Die Aufgabe war einfach formuliert und schwer umzusetzen: Niemand soll zweimal zählen.
Dieser Beitrag beschreibt, wie Korona POS und Shopify bei Dreyer Confiserie zusammenarbeiten, welche Entscheidungen vorher fallen müssen und wo die Stolpersteine liegen. Wir haben den Shop gebaut und die Anbindung begleitet, programmiert hat sie unser Partner beyond.pos.
Warum Korona POS bleiben sollte
Die naheliegende Frage zuerst: Warum nicht einfach Shopify POS nehmen, die Kasse von Shopify selbst? Weil im Laden alles lief. Korona war eingerichtet und führte den Bestand. Einen funktionierenden Laden umzubauen, nur damit der Onlineshop es leichter hat, wäre die falsche Reihenfolge gewesen.
Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer seit Jahren mit einer Kasse arbeitet, will für den Onlineshop nicht das System wechseln, mit dem der Laden seinen Umsatz macht. Die Aufgabe ist dann, Shopify an das bestehende System anzuschließen, nicht umgekehrt.
Wie die Schnittstelle entstand
Als wir den Shop für Dreyer gebaut haben, gab es keine fertige Verbindung zwischen Korona und Shopify, die unsere Anforderungen erfüllt hätte. Also haben wir uns einen Partner gesucht, der sie baut. beyond.pos hat die Schnittstelle programmiert, wir haben das Projekt begleitet und die Anforderungen aus Sicht des Shops eingebracht. Wir waren damals der erste Kunde von beyond.pos.
Inzwischen bietet beyond.pos die Anbindung als fertiges Produkt an, den BEYOND Shop Connector. Wer heute Korona und Shopify verbinden will, muss also nicht mehr bei null anfangen. Die Entscheidungen in diesem Beitrag bleiben trotzdem dieselben: Welches System führt, wie sauber sind die Artikelnummern, was passiert bei Retouren. Ein fertiger Connector nimmt Ihnen die Programmierung ab, nicht die Vorbereitung.
Die wichtigste Entscheidung: wer führt?
Bevor eine Zeile Code entsteht, muss feststehen, welches System bei welcher Angabe das letzte Wort hat. Sonst überschreiben sich Kasse und Shop gegenseitig, und niemand weiß mehr, welcher Bestand stimmt.
| Angabe | Führendes System | Warum |
|---|---|---|
| Bestand | Korona | Wareneingang, Inventur und Ladenverkauf passieren dort |
| Artikelnummer und EAN | Korona | sie verbinden die Datensätze beider Systeme |
| Produkttexte, Bilder, Kategorien | Shopify | das ist Onlinearbeit, die Kasse braucht sie nicht |
| Onlinebestellungen | Shopify | sie entstehen im Shop und müssen in der Kasse den Bestand mindern |
So war es bei Dreyer gelöst: Korona führt den Warenbestand, Shopify spiegelt ihn. Damit wirklich ein Bestand für beide Kanäle gilt, muss jeder Onlineverkauf auch in Korona ankommen. Verkauft der Laden das letzte Stück, verschwindet es im Shop. Wird es online bestellt, fehlt es in der Kasse.
Der Schlüssel ist die Artikelnummer
Eine Schnittstelle erkennt zusammengehörige Artikel nicht am Namen, sondern an einer Nummer, die in beiden Systemen identisch ist. Bei Korona ist das die Artikelnummer oder die EAN, in Shopify steht sie im Feld SKU, also der Lagernummer jeder Variante.
Hier entscheidet sich, wie viel Arbeit das Projekt wird. Fehlt die Nummer bei einem Teil der Artikel, sind Nummern doppelt vergeben oder hat jede Variante eine eigene Nummer in der Kasse, aber nicht im Shop, muss das vor der Anbindung bereinigt werden. Bei über tausend Artikeln ist das der größte Einzelposten.
Die Technik der Anbindung ist selten das Problem. Das Problem sind die zweihundert Artikel, bei denen die Nummer in der Kasse anders lautet als in der Tabelle, aus der der Shop befüllt wurde.
Was synchronisiert wird
Welche Daten in welche Richtung laufen, hängt vom Betrieb ab. Typisch sind diese Flüsse:
- Bestände von Korona nach Shopify: Jede Änderung im Laden, ob Verkauf, Wareneingang oder Inventurkorrektur, landet im Shop.
- Bestellungen von Shopify nach Korona: Onlineverkäufe mindern den Bestand in der Warenwirtschaft.
- Preise: wahlweise aus der Kasse oder im Shop gepflegt. Wer online andere Preise oder Aktionen fahren will, lässt sie im Shop.
- Neue Artikel: werden meist in der Kasse angelegt und im Shop um Texte und Bilder ergänzt.
Besonderheiten im Lebensmittelhandel
Bei einer Confiserie kommen Dinge dazu, die ein Modehändler nicht kennt. Grundpreise müssen pro Kilogramm oder Liter angegeben werden, auch bei zusammengestellten Geschenksets. Steuersätze unterscheiden sich zwischen Pralinen und Spirituosen im selben Paket. Und viele Artikel gibt es nur zu Ostern oder Weihnachten.
Bei Dreyer berechnet der Shop die Grundpreise automatisch, auch für die Sets. Wie das grundsätzlich funktioniert, steht in Grundpreis in Shopify anzeigen, die Steuerfragen behandelt Umsatzsteuer für Lebensmittel in Shopify.
So läuft ein Anbindungsprojekt ab
- Bestandsaufnahme: Welche Artikel gibt es in Korona, wie sind Nummern und Varianten vergeben, was soll online verkauft werden?
- Regeln festlegen: welches System bei welcher Angabe führt, schriftlich.
- Daten bereinigen: fehlende und doppelte Nummern korrigieren, Varianten angleichen.
- Anbindung einrichten: zuerst mit einer Handvoll Testartikeln.
- Test mit echten Abläufen: Verkauf im Laden, Bestellung online, Wareneingang, Retoure.
- Umstellung: alle Artikel, danach einige Tage enge Beobachtung der Bestände.
Die typischen Stolpersteine
- Varianten: In der Kasse ist jede Größe ein eigener Artikel, im Shop eine Variante desselben Produkts. Die Zuordnung muss stimmen.
- Reservierte Ware: Was im Laden zurückgelegt ist, sollte online nicht mehr verkäuflich sein.
- Sicherheitsbestand: Bei Artikeln, die oft knapp werden, lohnt es sich, online ein, zwei Stück weniger anzuzeigen als vorhanden.
- Retouren: Ein online zurückgeschickter Artikel muss den Bestand in der Kasse wieder erhöhen, sonst fehlt er im Laden.
- Ausfall: Fällt die Verbindung aus, muss das auffallen, bevor Kunden etwas bestellen, das es nicht mehr gibt.
Für wen sich das lohnt
Die Anbindung lohnt sich, wenn Sie dieselben Artikel im Laden und online verkaufen, das Sortiment zu groß für manuelle Pflege ist und die Ware nicht beliebig nachbestellbar ist. Wer zwanzig Artikel hat oder online ein ganz anderes Sortiment verkauft, kommt oft mit getrennten Beständen besser weg. Die Abwägung im Detail steht in Kassensystem mit Shopify verbinden.
Sie nutzen Korona POS und wollen online verkaufen? Wir begleiten die Einrichtung, von der Bereinigung der Artikeldaten bis zum ersten echten Verkauf. Das gehört zu unseren Shopify-Schnittstellen. Im Erstgespräch klären wir, wie sauber Ihre Artikeldaten sind und was die Anbindung bei Ihnen kostet.
Häufige Fragen
Gibt es eine fertige Lösung für Korona und Shopify?
Ja. beyond.pos, der Partner, der die Schnittstelle für Dreyer programmiert hat, bietet sie inzwischen als BEYOND Shop Connector an. Die Vorbereitung der Artikeldaten bleibt trotzdem Ihre Aufgabe, und genau dabei helfen wir.
Muss ich für Shopify meine Korona-Kasse aufgeben?
Nein. Korona bleibt Kasse und Warenwirtschaft, Shopify kommt als Verkaufskanal dazu.
Wie schnell kommt ein Ladenverkauf im Shop an?
Das hängt davon ab, ob die Anbindung ereignisgesteuert oder in Intervallen arbeitet. Für den Alltag heißt es: innerhalb weniger Minuten.
Werden Produkttexte und Bilder aus Korona übernommen?
In der Regel nicht. Die Kasse braucht sie nicht, und Onlinetexte sind eine eigene Aufgabe. Sie werden in Shopify gepflegt.
Geht das auch mit mehreren Filialen?
Grundsätzlich ja. Dann muss zusätzlich festgelegt werden, aus welchem Lager Onlinebestellungen bedient werden.
Kurz zusammengefasst
- Korona bleibt Kasse und Warenwirtschaft, Shopify wird angeschlossen
- Vorher festlegen, welches System bei Bestand, Preis und Texten führt
- Die gemeinsame Artikelnummer ist der Schlüssel und der größte Aufwand
- Onlineverkäufe und Retouren müssen den Bestand in Korona ändern
- Bei Dreyer Confiserie mit über tausend Artikeln umgesetzt, programmiert von beyond.pos, begleitet von uns
- Die Anbindung gibt es inzwischen als BEYOND Shop Connector
